In Europa

Lange war es still hier auf meinem Blog und es an der Zeit ein paar aktuelle Infos zu schicken.

Seit Mitte März 2018 bin ich in Europa! WAS? Das überrascht bestimmt viele von euch. Auch für mich kam diese Änderung sehr plötzlich und alles andere als geplant oder gar gewünscht.

Innerhalb einer Woche musste ich meine ganzen Sachen packen und bin nach Deutschland geflogen. Ich habe meinen kompletten Haushalt aufgelöst, alles verkauft und nur mitgenommen, was in meinen Koffer passte. Ein paar Sachen konnte ich noch auf den Philippinen unterstellen.

Ja, was war denn der Grund für so eine plötzliche Abreise und drastische Änderung? Ich habe mich doch immer so wohl dort gefühlt und konnte mir nicht vorstellen, wo anders zu sein. Dem ist auch nach wie vor so. Mein Koffer sind gut in Europa angekommen, doch mein Herz ist auf den Philippinen geblieben und ich sehne mich schrecklich nach meinem Zuhause auf den Philippinen.

Grund für meinen Aufenthalt in Deutschland ist eine Depression. Im Land des Sonnenscheins und obwohl ich mich in Land, Kultur, Sprache, Umgebung usw. so wohl fühle, hat sich eine Depression bei mir eingeschlichen. Die Ursache liegt auch in einem ganz anderen Bereich. Seit Jahren schlägt mein Herz für eine bestimmte Aufgabe, bzw. Aufgabenbereich. Ich bin total der Familien-Mensch und möchte daher auch lieber im Dorf, in der Community arbeiten, wo ich mitten drin bei den Leuten bin. Jung und Alt gemischt. Die meiste Zeit von den über 6 Jahren auf den Philippinen habe ich allerdings am Campus verbracht. Obwohl ich auch mit den Studenten, der Altersgruppe gut klar komme, ist es doch nicht der Platz an dem ich langfristig arbeiten will und der meinen Gaben und Fähigkeiten entspricht. Seit einigen Jahren warte ich auf einen versprochenen Wechsel, der immer wieder verzögert wurde. Leider habe ich nicht früh genug „Stopp“ gesagt und zu lange gewartet und diese Belastung hat sich in Form einer Depression geäußert.

In Deutschland habe ich die notwendige Hilfe bekommen. Auch eine Therapie hat mir enorm geholfen zu merken, wo meine Grenzen sind und diese auch deutlich zu ziehen. Ich bin dankbar, dass es mir bereits viel besser geht und ich wieder neue Freude, Kraft und Hoffnung habe.

Mein Herz und Anliegen für die Philippinen sind unverändert. So bin ich einiges am Abklären, wie es genau weiter gehen wird. Ich werde euch auf dem Laufenden halten.

Foto: Letzter Blick aus dem Flugzeug auf mein geliebtes Zuhause.

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5 Jahre

Heute sind es genau fünf Jahre seit ich auf den Philippinen gelandet bin. Unglaublich wie schnell die fünf Jahre vergangen sind. Es gab viele Höhen und Tiefen doch in all dem konnte ich Gottes Treue und Fürsorge sehen. Ich bin Gott von Herzen dankbar für diese fünf Jahre, für alles was ich gelernt habe. Ich freue mich, dass ich die Philippinen mein Zuhause nennen darf.

 

Philippinen

Seit gestern bin ich wieder zu Hause auf den Philippinen. Ich bin Gott so dankbar, dass ich gut hier angekommen bin in einem Stück und mit allem Gepäck. In Manila hätte ich eigentlich noch Übergepäck zahlen müssen, aber es hat alles gut funktioniert und ich durfte sogar drei Gepäckstücke aufgeben. Eines war aber nur so ein Holzteil, als Deko.

Es war eine lange Reise und anstrengend. Dafür das Willkommen umso größer. Ich wurde von einer lieben Gruppe am Flughafen erwartet. Mit einem Poster bewaffnet standen da Team-Mitglieder, Studenten und Leute aus meiner Familie vom Dorf.

ES ist so schön wieder hier zu sein. Es ist schwierig zu beschreiben. Obwohl ich 9 Monate in Europa war, kommt es mir doch vor, als wäre es nur 1-2 Monate gewesen. Alles ist vertraut und ich habe super gut in meinem Bett geschlafen. Die Geräuschkulisse von redenden Nachbarn, Hunde, Katzen, Hühner, klapperndes Geschirr, Motorräder und schreiende Straßenverkäufer und der Ventilator, wiegte mich in den Schlaf.

In meinem Haus fühle ich mich wieder ganz zu Hause. Leider hat mein Wellblechdach im letzten Jahr einige Löcher bekommen und dadurch tropft es an mehreren Stellen. Eigentlich stört mich das gar nicht so sehr. man stellt halt wenn es regnet an die Stellen einen Eimer hin 😀 Mein Problem ist die Toilette. Durch die ständige Nässe, bzw. Feuchtigkeit hat sich Schimmel entwickelt. Das muss ich also dringend beheben. Das bedeutet aber, dass die komplette Decke in dem Raum raus und ersetzt werden muss.

Ich weiß noch nicht, was mit meinem Haus überhaupt passiert. Morgen treffe ich mich mit meinem Vermieter. Ich gehe davon aus, dass ich umziehen werde. Allerdings habe ich noch keine Ahnung wann und wie schnell das der Fall sein wird.

Bei 36°C heute ist mir alles andere als kalt. Habe gestern zweimal kalt geduscht. Nicht weil ich kalt duschen so toll finde, sondern weil ich nichts anderes habe 😀 Während ich tippe spaziert eine schwarze Ameise über meinen Laptop und durch das Fenster zieht der stinkende Rauch vom Nachbar, der seinen Müll verbrennt 😦

Ich freue mich einfach riesig wieder da zu sein, weiß aber auch, dass es ein bisschen Zeit brauchen wird, bis ich mich wieder ganz eingelebt habe. Immerhin war ich doch 9 Monate in Europa.

Seid herzlich gegrüßt aus den Philippinen.

Schlaflos

Wie kann man schlafen, wenn man am nächsten Morgen nach 4 Jahren zum ersten Mal nach Hause fliegt? Bin fertig gepackt, warte nur auf den Schlaf und auf Morgen. Leider komme ich erst in drei Tagen zu Hause an. Drei Tage Zeit den Abschiedsschmerz hier zu verarbeiten und der Vorfreude und Aufregung den Platz räumen.

Harter Alltag

Unser Herz (Team), mein Herz schlägt für die Menschen hier und ich kann mir nicht vorstellen irgendwo anders zu sein. Doch der Alltag ist nicht immer Sonnenschein, sondern teilweise herz-zerreißend und ich brauche wirklich eure Gebete. Bitte betet für Kraft und Weisheit mit den Spannungen und Unterschieden in einer anderen Kultur richtig umzugehen.

Die Philippinen ist ein dritte Welt Land und mich erschlägt dies manchmal. Es gibt sehr viele reiche Leute, aber auch ebenso sehr viel arme. Es gibt eine kleine wachsende Mittelschicht. Wir arbeiten unter einem der ärmsten Stämme hier im Land.

Dies erlebe ich praktisch jeden Tag im Dorf bei meiner Familie. Meine Eltern haben 8 Kinder, davon 5 noch am studieren/lernen. Zwei können keine Arbeit finden und einer hat bereits 3 eigene Kinder. Die Eltern haben kein eigenes Land, sondern pächten. In den Bergen bewirtschaftet sie mit Hand-Arbeit schwieriges Gelände. Auf steilen Hängen wird von Hand Reis und Mais angepflanzt. Aufgrund der Lage, können keine Tiere oder Maschinen eingesetzt werden und es ist harte Arbeit in der Tropenhitze. Der Ertrag ist nur gering.

Das Haus ist sehr einfach, nur Staubboden. Die Betten sind einfach nur Holzbretter auf Stelzen, darauf eine Isomatte. Ich teile mir das Bett mit 2, manchmal drei Mädels. Zu viert ist das 1,5m breite Bett recht eng, umgedreht wird gleichzeitig. Im Haus ist eigentlich nur der Schlafraum, der durch Vorhänge von dem Bereich der Eltern und der anderen Geschwister abgetrennt ist. Das Leben spielt sich draußen ab. Küche, Toilette, Tisch usw. ist alles im Freien. Gekocht wird über Feuer.

Wir überspringen oft Mahlzeiten, da nicht genug Geld da ist, um Essen zu kaufen. Ein Sack Reis mit 50kg kostet 37 Euro. Das reicht gerade mal 3 Wochen. Wir essen Abends oft sehr spät, manchmal nach 22 Uhr weil es so lange dauert Geld aufzutreiben. Oft teilen wir uns einen kleinen gebratenen Fisch zu fünft. Das ist unsere einzige Beilage zum Reis. Oft gehen wir noch hungrig ins Bett.

Mein 16-jähriger Bruder ging ohne Frühstück zur Schule, weil wir nichts hatten. Bis 16 Uhr geht sein Unterricht. Geld um sich ein Mittagessen zu kaufen, hatte er nicht.

Dies ist mein Alltag im Dorf, Leben live mit der Familie. Oft bricht es mein Herz und ich könnte einfach nur heulen und tu es auch, weil es mich innerlich total zerreißt.

Kann ich denn nichts machen? Wie können andere helfen? Das ist das andere Problem, das mich zerreißt. Ich helfe der Familie bereits. Ich gebe ihnen monatlich was und helfe auch so viel mit. Ich koche oft und besorge selber die Lebensmittel. Ich helfe immer wieder mal Strom-Wasserrechnung aus, oder kaufe einen Sack Reis. Ich bin nicht reich, aber ich könnte mehr geben oder tun.

Kulturell ist es aber eine Gradwanderung. Filipinos haben ein sehr starkes Gespür für „Schuld“. Wenn ich zuviel gebe, haben sie eine „immerwachsende Schuld“ mir gegenüber, auch wenn ich das so nicht empfinde. Wenn ich zuviel gebe, kreiere ich ein ungesundes Verhältnis und die Familie wird auch abhängig von mir. Auch bin ich nicht mehr so sehr Teil der Familie, sondern quasi bezahle für alles und ich erhalte die Familie. Das geht auch nicht. Wenn ich zuviel gebe, dann setze ich unsere Beziehung aufs Spiel. Ich habe den Status wie eines ihrer Kinder, das will ich nicht aufgeben, nur weil ich kulturell gesehen, zuviel gebe und quasi zu einem zahlenden Gast werde. So muss ich immer wieder eine gesunde Balance finden. Ich spüre manchmal, dass ich zurückschrauben muss, gerade als ich den Sack Reis gekauft habe. In dem Monat darf ich dann nicht zuviel anders machen, oder geben. Es ist schwer zu beschreiben, aber man spürt das.

Oft bricht mir das Herz und ich möchte schreien, weinen über diese Situation, doch ich kann nichts tun. Diese Spannung zerreißt mich manchmal fast. Das Einzige was mir dann bleibt, ist für sie zu beten und sie einfach zu lieben und so annehmen, mit ihnen leben – und das tu ich von ganzem Herzen.

3 Jahre

Mir selber fällt es schwer zu glauben, dass ich tatsächlich schon drei Jahre auf den Philippinen bin.

Nie hätte ich gedacht, dass ich mal auf den Philippinen lande. Ich habe eine Sprache gelernt, von der ich dachte, die bekomme ich nie in den Kopf. Dinge gegessen, von denen ich vorher gar nicht wusste, dass es sie gibt. Oder in ganz einfachen Häusern zu wohnen, geschweige denn, so wie jetzt mir ein Bett mit den Kindern zu teilen. Ich habe nicht nur gelernt, ohne Messer zu Essen (nur Löffel und Gabel), sondern dass man Reis auch sehr gut mit der Hand essen kann.

So könnte die Liste noch weiter gehen. Warum schreibe ich das? Vieles der genannten Dinge, ist euch schon bekannt. Manchmal bekomme ich Rückmeldungen wie: “wow, dass du das machst!”. “Das könnte ich nie.” usw.

Darum schreibe ich. ICH könnte das auch nicht! HÄ? denkt ihr euch jetzt vielleicht. So gerne ich auf den Philippinen bin, heißt das nicht, dass alles immer rund läuft und ein einziges Abenteuer ist (obwohl eigentlich schon irgendwie). Ich alleine, hätte es nicht geschafft durchzuhalten, als es jeden Tag 6 Monate lang jeden Tag nur Fischsuppe gab. Oder in der brütenden, schwülen Hitze bei Stromausfall und Kerzenschein stundenlang zu warten…. jeden Tag acht Stunden Stromausfall. Ameisen im Essen, in der Abstellkammer in allen Lebensmittel drinnen und die beißen; Kakerlaken, die mich in der Nacht beißen.

Nur ein kleiner Auszug. Das sind keine Beschwerden, aber ich sags euch, solche Sachen können auch mich ganz schön nerven und in Summe kommt man da dann schon auch an seine Grenzen und da ist nicht mehr alles lustig und einfach. Da würde man gerne aus der Situation “ausbrechen”.

Ich bin hier, weil GOTT mir die Kraft dazu gibt und die Freude. Ohne ihn hätte ich es nicht bis hier her geschafft. ER ist derjenige, der mir jeden Tag neu die Kraft gibt und Ermutigung schenkt, wo ich selber total unmotiviert und entmutigt bin. ER versorgt mich auch immer wieder mit einer guten Portion Humor, damit es leichter ist. Ja, ich habe definitiv gelernt, viel über mich selber zu lachen.

Ich bin nicht aus Abenteuerlust hier, sondern weil ich überzeugt bin, dass Gott mich hier an diesem Platz haben will. Hier bin ich richtig. Ich LIEBE die Philippinen und nochmehr LIEBE ich die Menschen hier. Doch das Wichtigste ist, dass Gott derjenige ist, der mir die Kraft für meine Aufgaben schenkt und noch mehr, er mir die Liebe für die Menschen schenkt.

Ich blicke also nicht auf drei Jahre zurück um zu sehen, was ich geleistet habe, sondern sehe Gottes Treue und sein Durchtragen in fröhlichen Tagen, mit großen Fortschritten und in den anstrengenden, traurigen, manchmal mühsamen Tagen. Gott war und ist immer da. Wenn ihr also wieder von mir hört und lest, was ich grad so mache, oder was bei mir ansteht, dann dankt Gott doch mit mir für seine Treue und dass ER mir die Kraft schenkt.

PS: Nächste Woche steht bei uns wieder ein medizinischer Einsatz an. In nur vier Tagen erwarten wir ca. 1.000 Patienten. Wir werden in 3 neuen Dörfern sein. Ich bin wieder in der Apotheke und hoffe, dass ich bis dahin noch ein paar neue Wörter in der Stammessprache lernen kann.IMG_1858

Mein Haus / My House

Endlich mal wieder ein paar Bilder und einen Eintrag. Die letzten Wochen waren sehr voll mit Visumsanträge. Verschiedene Behördengänge, usw. Nächste Woche geht es für 10 Tage nach Manila. Dort habe ich ein Sprachtraining und dann habe ich noch einiges auf der österreichischen Botschaft zu erledigen. Die Bilder von meinem Haus habe ich gemacht, VOR meinem Einzug. Es musste noch einiges gerichtet werden, wie Zb eine Decke einziehen, eine Wand hochziehen, usw. Außen, auf der rechten Seite des Hauses, das ist meine Küche und das Badezimmer. Das Haus ist recht groß, zumindest für mich alleine und eine Freundin, aber es ist echt ein Geschenk. Die Lage und der Preis ist ideal, der Besitzer ist sehr nett und bezahlt ein paar Reparaturarbeiten. Am Wichtigsten ist mir aber, dass ich viel Platz habe für Besuch. Täglich schauen bei mir Leute rein, einige bleiben über Nacht, manche kommen nur zum Reden, manche um mir mit dem Tagalog zu helfen, andere kommen zum Essen, usw.

Finally some pictures and a post. The last weeks have been very busy with applying for my visa and visiting various offices. Next week I will be in Manila for 10 days. I will have a language training there and afterwards I have to get some documents from the austrian embassy. The pictures of my house were take BEFORE I moved in. I don’t have new ones yet. There were still things that had to be fixed first before moving in, f.e. putting in a ceiling, raising a wall. Outside on the right side you can the kitchen and bathroom. This house is pretty big at least for me alone but it’s truly a blessing. The location and price is ideal, the owner of the house is very friendly and willing to pay some fixing costs. But most important: I have space for people. Every day people come back. Either just for chatting, or staying overnight, having a meal together, helping me with my Tagalog etc.

2 Eingang1 Haus3 Küche+WC4 Wohnzimmer5 Zimmer6 mein Zimmer7 Gastzimmer8 Zimmer Tata9 Gästezimmer10 Wohnraum11 WC+Bad12 Dusche13 WC14 Küche