Luxus

Als ich Ende September zurück in mein Haus kam, sah ich all die Löcher, Probleme und was alles repariert werden muss. In den ersten drei Wochen wollte ich einfach nur ausziehen. Von all den Dingen, haben wir nur EINE Sache repariert. Inzwischen habe ich mich wieder gut an das Leben hier gewohnt und bin ganz Filipina. Wenn es regnet und durch all die Löcher im Dach tropft, dann stellt man halt einfach einen Eimer drunter und ist dankbar, dass es nur im Bad, Küche und Wohnzimmer tropft und nicht da wo mein Bett steht 🙂

Der Titel für diesen Eintrag ist “Luxus”. Denn wenn ihr denkt “oh weh… wie wohnt die denn da”. Dann seht euch mal diese Bilder an.

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Neue Sprache

Seit Ende November stecke ich im Sprachstudium eines lokalen Dialekts. Warum? Da ein Großteil unserer Studenten diese Sprache spricht, macht es Sinn diese Sprache auch zu sprechen. Wir merken enorm, wie schnell die Beziehungen tiefer gehen und die Gespräche wenn man die Sprache der Leute spricht (nicht nur erlernte Sprache, sondern die Sprache in der sie aufgewachsen sind). Das habe ich bereits mit Tagalog gemerkt. Auch wenn das Lernen immer weiter geht, kann ich mich doch fließend unterhalten. Man versteht die Witze, verknüpft mit den Leuten schneller. Doch wie lernt man eine Sprache, wie den lokalen Dialekt, wenn es keine Bücher in der Sprache gibt, kein Fernsehen, oder Material in der Sprache? Ich lerne viel mit Bildern, Bewegungen und alles was man anfassen kann, oder vorzeigen. Das sieht manchmal lustig aus und ist fast wie Pantomime-spielen. Die Kinder haben Spaß mir Wörter zu sagen und ich muss es ausführen.

Wie bei jedem, der eine neue Sprache lernt, gibt es unzählige Versprecher, die oft zum Schmunzlen sind. So habe ich schon mal gefragt ob es viele Zähne auf der Farm gibt (Schlangen), oder mich gewundert, ob noch Essen im Pferd (Topf) ist und in einem meiner Lieblingsrezepten ist meine geheime Zutat Fliegen (Essig). Manche Wörter klingen ähnlich, oder nur ein anderer Buchstabe und man verwechselt die Wörter. (in Klammer das richtige Wort). Ja, so hat die Familie mit mir immer wieder zu lachen und ich lache gerne mit.

2 Jahre / 2 years

Es ist kaum zu glauben, aber heute sind es auf den Tag genau zwei Jahre seit ich schon auf den Philippinen bin. Die Zeit ist irgendwie echt schnell vergangen. Ich sehe auf die zwei Jahre zurück und muss sagen, dass ich mich hier richtig gut eingelebt habe und mich hier sehr wohl fühle. Ich habe die Leute und Kultur hier schätzen und lieben gelernt. Ich bin zu Hause hier. Ich bin Gott so dankbar für alles was ich bereits erleben durfte und dass er mich durch die Höhen und Tiefen durch getragen hat. Ich freue mich auch, dass mein Vollzeit-Sprachstudium in Tagalog nun abgeschlossen ist.

It’s unbelievable but today it’s exactly two years since I live in the Philippines. Somehow the time went by really quickly. I look back on these two years and see how much I adjusted here and really enjoy being here. I learned to appreciate and love the culture and people here. I am home here. I’m so thankful to God for all that I have experienced here and that he carried me through all the up and downs. I’m also happy that my full-time language study in Tagalog has come to an end.

Tagalog

In meinem Tagalog-Sprachstudium habe ich in den letzten Wochen ein großes Erfolgserlebnis: ich träume in Tagalog! Zwar nicht immer, aber immer öfter. Lustig ist, dass ich im Traum sogar die Grammatik-Formen benutze, die mir am Tag schwer fallen und ich mich echt konzentrieren muss. Letzte Nacht war ich im Traum frustriert, weil ich zwar in Tagalog geträumt habe, aber ich habe im Traum die Verben konjugiert, doch viel mir eine Form nicht mehr ein… na das sind doch mal “schöne Probleme”. 🙂

In my Tagalog-language study I have in the last few weeks some experience of achievement: I’m dreaming in Tagalog! Not always but more and more often. The funny part is that I even use the more difficult parts of grammar which I’m struggling with during the day and really have to concentrate at. Last night I got really frustrated in my dream. I dreamed in Tagalog, conjugating verbs but I couldn’t remember this one form… oh well this are “nice problems”. 🙂

Tagalog-Unterricht / Tagalog-Lessons

Für eine Woche war ich im Norden für ein intensives Sprachtraining. Zwei ehemalige Sprachlehrerinnen haben sich die Woche Zeit genommen um mit mir intensiv zu lernen und die Grammatik zu erklären. Die Woche war sehr gut und eine enorme Hilfe. Auch wenn natürlich noch nicht fließend sprechen kann, verstehe ich doch einiges viel besser und weiß jetzt immerhin wie man die Verben bildet. Die Woche war eine Ermutigung und ich konnte auch sehen, dass ich schon recht einiges kann in Tagalog. Aber die Grammatik hat meinen Kopf diese Woche doch zum Schwirren gebracht, vor allem die Verben. aaaaalso: jedes Verb gibt es in knapp 60 verschiedenen Formen….. ja, da stand mir der Mund auch erstmal offen. Man beginnt mit dem “rootword” und macht entweder mit einem “um” oder einem “mag” eine Grundform draus plus drei Zeiten (Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft). Das Verb verändert sich aber, je nach dem was der Fokus im Satz ist. Ist es der Sprecher (actor), das Objekt, der Ort oder Richtung, das Instrument, oder die Person die davon profitiert mal vier (Grundform und die drei Zeiten) macht 20 Formen. Nun gibt es diese Verben in den jeweiligen Zeiten aber noch in zwei anderen Situationen. Die erste, normale Situation ist die, in der die Person das absichtlich, bewusst macht. Die zweite Situation ist unbeabsichtigt, Ergebnis unvorhersehbar. Die dritte Situation ist, wenn man das Verhalten (action) von einer anderen Person erwartet. Beide Situationen mal 4 Formen, mal 5 verschiedene Fokuse plus die 20 in der ersten Situation macht: 60! Schwirrt euch der Kopf von meiner Erklärung? Mir auch… 🙂 aber ich komme voran.

For one week I was here up north for an intensive language training. Two former language teachers took the time to help me with the Tagalog and explaining the grammar. The week was such a big help and really good. Sure I’m not fluent yet but I understand things a lot better now and I know how to build verbs. The week was an encouragement and I was also able to see that I’m able to speak Tagalog already quite a bit. But the grammar made my head spinning. weeeeeell: each verb exist in 60 different forms… yes, my mouth dropped open too. You start with the root word and add an “um” or “mag”. You have the commandform plus three tenses (past, present, future). The verb changes according to the focus of the sentence. There are 5 different ones: actor, object, location/direction, instrument and the beneficary. Each one times 4 makes already 20 different forms. So these verbs and forms appear in three different settings/situations: 1. action is on purpose, intentional 2. accidental, not intentional 3. using the verb but expecting someone else to do the action. so each one in commandform + 3 tenses, plus 5 different focuses plus 3 situations, makes: 60! Is your head spinning? Mine is… 🙂 but I’m making progress.

Fernseher / TV

Wenn ich auf etwas in meinem eigenen Haushalt verzichten kann, dann ist es ein Fernseher. Schon als Kinder wurden wir zu Hause so erzogen, dass wir uns selber beschäftigen, als nur vor dem Kasten zu sitzen. Ich vermisse definitiv nichts. Naja, hier gehört das Fernsehen aber zu meinem Sprachstudium. Ich habe offiziell die Aufgabe bekommen, Sendungen auf Tagalog anzusehen. So habe ich zwei Sendungen, die ich mehr oder regelmäßig auf Tagalog ansehen. Auch die Werbungen sind auf Tagalog. Am Anfang haben sich die Werbungen sogar als sehr praktisch erwiesen, da die sich ja ständig wiederholen. So höre ich immer wieder das Gleiche und kann so mehr und mehr verstehen. Inzwischen gehen mir die Werbungen aber richtig auf den Wecker. Die eine Sendung geht 45 min. Allerdings immer nur für 3 1/2 Minuten und dann kommen 6 1/2 Minuten Werbung. Ich habe die Zeit mal gestoppt. Das ist wirklich zum Verrückt werden. Wenn es nicht fürs Sprache lernen wäre, dann kann ich wirklich gut OHNE dieses Ding auskommen. Na gut die Nachrichten sehe ich mir auch auf Tagalog an, aber selbst die werden alle 5 Minuten für Werbung unterbrochen.

 

If there is something I can give up in my own household it’s surely the TV. As children we were raised to keep ourselves busy without that “box”. I sure don’t miss a thing. Well but now watching TV is part of my language study. I officially got the task to watch some shows in Tagalog. I have two shows I watch more or less regularly. Even the advertisements are in Tagalog. In the beginning it was a huge help because the adverts are repetitive and that helped me to understand more and more. By now I can’t stand the adverts anymore. One of the shows runs for about 45 min. BUT only 3 1/2 min at a stretch and then there are 6 1/2 min of adverts. I stopped the time. It’s driving me nuts. If it wouldn’t be for the language learning I would give it up. I surely can live without that thing. Well, ok I also watch the news in Tagalog but even they get interrupted every 5 min for adverts.

Alltag / everyday life

Wie sieht denn eigentlich mein Alltag so aus? Das haben sich vielleicht einige schon gefragt. So will ich ein bisschen aus meinem Alltag berichten. So besondere Erlebnisse, die für mich neu sind, doch hier “Alltag”, habe ich euch ja meist geschrieben. Hier nun aber so das “ganz normale”. 🙂

Generell kann ich sagen, dass es meist anders kommt, als ich es plane. So muss ich eben flexibel sein und mehr Zeit einplanen. Im ersten Jahr ist meine Hauptaufgabe “einfach nur” das Sprachstudium, das alles andere als einfach ist. Ab und zu bin ich zwar schon auch mal bei Projekten dabei, so wie zB einen Besuch auf der Ziegenfarm mit spontaner Ziegenoperation, oder nächsten Monat auf einem medizinischen Einsatz in den Dörfern. Solche Sachen sind momentan aber eher die Ausnahme. Ich treffe mich mit verschiedenen Sprachhelfern. In den letzten Wochen waren das fünf verschiedene Frauen. Morgens bereite ich die Unterrichts-Stunden vor und dann anschließend treffen wir uns für den Unterricht. Am Nachmittag heißt es dann wiederholen und üben. Ich versuche viel raus zu gehen und zu üben. Praktisch heißt das, einfach auf den Markt gehen, zur Post, die Nachbarstraßen ablaufen und sich mit Nachbarn unterhalten. Einfach viele Leute treffen und reden, reden.  Im Unterricht mache ich auch digitale Aufnahmen von den neuen Worten, die ich dann zu Hause abhöre und wiederhole. Eigentlich klingt das so ganz einfach, doch mit der Umsetzung sieht es anders aus. Es fällt mir schwer raus zu gehen und zu üben. Ich bin zwar gern mit den Leuten zusammen und rede gerne, aber es ist sehr herausfordernd und kostet Überwindung, denn ich will Tagalog lernen, doch jedes Mal wenn ich rausgehe, höre ich alle möglichen anderen Sprachen.

Oft habe ich auch ein Buch dabei um Wartezeiten zu überbrücken. Ich merke doch, wie immer wieder die deutsche Zeit in mir tickt. Wir machen zB 09:00 Uhr aus, doch meine Sprachhelferin taucht erst eine Stunde später auf. Letztens kam sie zwei Stunden später und meinte dann “ich habe fast vergessen, dass wir uns treffen.” Das fand ich irgendwie lustig, denn in Deutschland ist das bereits vergessen und zu spät, nicht hier. Wenn man das weiß ist das nicht weiter schlimm, denn dann stellt man sich drauf ein und kommt selber auch einfach später. Das Problem ist, das nicht jeder so ist. Die eine kommt einfach ne Stunde später, die andere taucht immer auf die Minute pünktlich auf. Ja und dann gibt es noch den Fall, dass die Sprachhelferin einfach gar nicht mehr auftaucht. Ich habe keine Ahnung warum, aber sie kommt einfach nicht mehr, auch keine Antwort auf meine SMS (hier textet man, Anrufe sind eher selten). Tja und so mache ich mich auch wieder einmal auf die Suche nach neuen Sprachhelfern.

Das sind nicht alle Stationen in meinem Alltag, aber wenigstens meine Hauptaufgabe/Arbeit hier, womit ich mich die Woche über so beschäftige. Naja, über “Sprachstudium-Arbeit” gibt es nicht so viel zu berichten, während man sonst so im Alltag in einer neuen Kultur viel erlebt und die Dinge, lassen sich gut in einem Blog schreiben. Obwohl wir sehr nahe am Meer wohnen, sind wir doch eher selten am Strand. In den letzten fünf Monaten war ich vier Mal am Strand. Jedes Mal bin ich neu überwältigt von der schönen Landschaft und Natur hier. Da entstehen dann solche Bilder.

What does my daily routine look like? Some of you might be asking. So I want to share I little about that. Special experiences here that are so new to me but part of daily life here, that’s the things I posted here anyway. But now a little about my very normal “working day”.

In general I have to say things happen differently than what I planned or expected. I have to be flexible and plan in more time. My main focus during the first year is “just” language study which isn’t easy at all. Sometimes I’m involved in some projects like visting the goat-farm and suddenly ending up in a goat-surgery or like a medical we will have next month. But that’s more an exception. I meet with various language-helpers. In the past few weeks I had five different girls who helped me. In the morning I prepare the lessons and aftewards we meet for the lessons. In the afternoons I try to go out a lot and practice. That means just going out, walking around in the neighborhood talking to neighbors, going to the market, the postoffice, etc. I need to talk, talk. That doesn’t sound to difficult but I feel like it really is. Often I’m struggling just to do so because I am supposed to practice Tagalog but when I go out I hear all kinds of different languages but Tagalog. I enjoy being with Filipinos though, spending time together, getting to know each other. I just wish it would be more Tagalog in our conversations.

Often I have a book with me for the waiting times. I can see how the german timing is still somewhat within me. If we want to meet at 9am I’ll be there but my language helper shows up an hour later. The other week she came two hours later and said “Oh I almost forgot that we are meeting today”. Well in Germany that would be already “forgotten” and to late. Not here and that’s not a problem if I know that then I just come later too. The problem is that someone just comes later and the other shows up on the dot. And then there is also the case of a helper not showing up at all without any notice or response to my text (people are texting here, only few calls). So I am looking for new language helpers again.

That’s not a 100% my whole day but at least my language-study-day or “work”, what I do throughout the week. There is not so much to write about the language study itself compared to all the new things I experience in this new culture which I post anyway. Although we live very close to the sea I don’t get to go there very often. I think in the last five months I’ve been a the beach four times. Everytime I am amazed again about the beautiful landscape and nature here. That’s were I took the picture.