Brief an die Ameisen

Sehr geehrtes Volk der Roten Ameisen!

Seit vier Jahren beobachte ich, dass Sie stets uneingeladen und unerwünscht in mein Haus kommen. Trotz mehrfacher Aufforderung, entdecke ich Sie und ihre Mitarbeiter in allen möglichen Ecken und Plätzen in meinem Haus. Ich bin höchst schockiert über Ihr dreistes Vorgehen. Sie bewegen sich einfach frei in meinem Zuhause und bedienen sich an meinem Essen. Selbst vor den Lebensmitteln in gut verschlossenen Behältern machen Sie nicht halt. Sie beißen sich einfach durch die Plastikdosen und Folien durch. Ebenso fiel mir auf, dass Sie anderweitig in meinem Haus randalieren. Sie beschädigen nicht nur meine Dosen und Essen, sondern anstatt die Eingangstüre zu benutzen, dringen Sie gewaltvoll durch die Zementwände durch. Über lange Zeiträume tragen Sie unbemerkt Brösel für Brösel von der Wand ab, bis Sie einen Tunnel von außen in das Haus-Innere gegraben haben.

Ich bin höchst empört von Ihrer Dreistigkeit. Trotz mehrfacher Aufforderung, haben Sie meine Bitten mißachtet. Dies hat mich dazu gezwungen Sie mit härteren Methoden zu bezwingen. Wenn Sie sich nicht sofort zurückziehen, werde ich weiterhin Ihre Spione töten, Ihre Nester mit Gift besprühen und wegspülen. Ich bitte Sie dringlichst, meine Wände nicht weiter zu beschädigen, Lebensmittel nicht anzurühren, sich von jeglicher Bettwäsche, Kleidung, Handtücher, WC und Dusch-Einrichtungen, Geschirrschrank und Kochstelle fernzuhalten.

Mit gesunkener Hochachtung vor dem tüchtigen Ameisenvolk,

S.

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