3 Jahre

Mir selber fällt es schwer zu glauben, dass ich tatsächlich schon drei Jahre auf den Philippinen bin.

Nie hätte ich gedacht, dass ich mal auf den Philippinen lande. Ich habe eine Sprache gelernt, von der ich dachte, die bekomme ich nie in den Kopf. Dinge gegessen, von denen ich vorher gar nicht wusste, dass es sie gibt. Oder in ganz einfachen Häusern zu wohnen, geschweige denn, so wie jetzt mir ein Bett mit den Kindern zu teilen. Ich habe nicht nur gelernt, ohne Messer zu Essen (nur Löffel und Gabel), sondern dass man Reis auch sehr gut mit der Hand essen kann.

So könnte die Liste noch weiter gehen. Warum schreibe ich das? Vieles der genannten Dinge, ist euch schon bekannt. Manchmal bekomme ich Rückmeldungen wie: “wow, dass du das machst!”. “Das könnte ich nie.” usw.

Darum schreibe ich. ICH könnte das auch nicht! HÄ? denkt ihr euch jetzt vielleicht. So gerne ich auf den Philippinen bin, heißt das nicht, dass alles immer rund läuft und ein einziges Abenteuer ist (obwohl eigentlich schon irgendwie). Ich alleine, hätte es nicht geschafft durchzuhalten, als es jeden Tag 6 Monate lang jeden Tag nur Fischsuppe gab. Oder in der brütenden, schwülen Hitze bei Stromausfall und Kerzenschein stundenlang zu warten…. jeden Tag acht Stunden Stromausfall. Ameisen im Essen, in der Abstellkammer in allen Lebensmittel drinnen und die beißen; Kakerlaken, die mich in der Nacht beißen.

Nur ein kleiner Auszug. Das sind keine Beschwerden, aber ich sags euch, solche Sachen können auch mich ganz schön nerven und in Summe kommt man da dann schon auch an seine Grenzen und da ist nicht mehr alles lustig und einfach. Da würde man gerne aus der Situation “ausbrechen”.

Ich bin hier, weil GOTT mir die Kraft dazu gibt und die Freude. Ohne ihn hätte ich es nicht bis hier her geschafft. ER ist derjenige, der mir jeden Tag neu die Kraft gibt und Ermutigung schenkt, wo ich selber total unmotiviert und entmutigt bin. ER versorgt mich auch immer wieder mit einer guten Portion Humor, damit es leichter ist. Ja, ich habe definitiv gelernt, viel über mich selber zu lachen.

Ich bin nicht aus Abenteuerlust hier, sondern weil ich überzeugt bin, dass Gott mich hier an diesem Platz haben will. Hier bin ich richtig. Ich LIEBE die Philippinen und nochmehr LIEBE ich die Menschen hier. Doch das Wichtigste ist, dass Gott derjenige ist, der mir die Kraft für meine Aufgaben schenkt und noch mehr, er mir die Liebe für die Menschen schenkt.

Ich blicke also nicht auf drei Jahre zurück um zu sehen, was ich geleistet habe, sondern sehe Gottes Treue und sein Durchtragen in fröhlichen Tagen, mit großen Fortschritten und in den anstrengenden, traurigen, manchmal mühsamen Tagen. Gott war und ist immer da. Wenn ihr also wieder von mir hört und lest, was ich grad so mache, oder was bei mir ansteht, dann dankt Gott doch mit mir für seine Treue und dass ER mir die Kraft schenkt.

PS: Nächste Woche steht bei uns wieder ein medizinischer Einsatz an. In nur vier Tagen erwarten wir ca. 1.000 Patienten. Wir werden in 3 neuen Dörfern sein. Ich bin wieder in der Apotheke und hoffe, dass ich bis dahin noch ein paar neue Wörter in der Stammessprache lernen kann.IMG_1858

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