Medizinischer Einsatz

(English version another day – sorry guys).

Letzte Woche hatten wir wieder einen Medizinischen Einsatz. Da wir alle voll eingespannt sind, haben wir keine Zeit um groß Bilder zu machen, aber wir hatten einen Freiwilligen dabei, der quasi unser Fotograf war. Hoffe, dass ich bald an die Bilder dran komme und hier rein stellen kann. Wir waren vier Tage unterwegs, jeden Tag wo anders. Vielen, vielen Patienten konnte geholfen werden. Zwei Ärzte kamen aus dem Ausland (Deutschland, USA) und dann noch 3 Ärzte von hier aus der Stadt. Dazu noch einige Krankenschwestern, viele Freiwillige und natürlich unser komplettes Team. Wir waren also eine ordentliche Gruppe. Jeder Patient geht durch 6 Stationen. 1. Aufnahme, Registrierung, 2. Vital Signs (Blutdruck, Gewicht, etc.) 3. Health Lecture (Training über Hygiene, Krankheit usw.), 4. Counselling, 5. Ärzte (Untersuchung) und 6. Apotheke (Medikamentenausgabe). Ich war an allen Tagen die ganze Zeit in der Apotheke. Ich habe so viele Medikamente ausgegeben und die dementsprechende Erklärung an die Patienten weitergegeben, dass ich nachts sogar schon von Medikamenten geträumt habe. Auf jeden fall konnte ich während der Zeit sehr viel Taglog reden und üben. So viel zu der praktischen Seiten. Wir konnten den Leuten ganz praktisch helfen und es war so bewegend zu sehen, wie die Leute sich so sehr über die Hilfe gefreut haben. Mir kamen die Tränen, als manche Leute uns so dankbar ansahen, die Hand gaben und die Augen einfach aufleuchteten, als sie ärztliche Hilfe bekamen, Medikamente gegen ihre Leiden, oder der eine oder andere einfach eine Lesebrille und verkündet “ICH KANN LESEN”. Es war eine sehr anstrengende, aber sehr, sehr gute Woche. Wir hatten übrigens auch jeden Tag eine Zahnärztin dabei, die viele Zähne gezogen hat. Unter anderem durfte ich auch einen Zahn ziehen!!! Ja ich. Davon gibt es auch ein Bild, aber da muss ich erst noch dran kommen.

An einem Tag hatten wir den Einsatz ganz nah in meiner Wohngegend und so sah ich auch einige meiner Nachbarn. Unter anderem war einer meiner Nachbarn dort und dem wurden 4 Zähne gezogen. Abends als ich schon hundemüde im Bett lag, hörte ich auf einmal an meinem Tor “Tao po”. Da war jemand, der mich sprechen wollte. Es war von dem jungen Mann die Frau und seine Mutter. Trotz der Blutstillenden Medikamente wollte die Blutung nicht aufhören und wurde sogar noch stärker. So kamen sie zu mir. Schnell habe ich mir wieder umgezogen und bin erst mit den beiden Frauen zu ihrem Haus gelaufen. Ich wollte mir den Mann erst selber ansehen. Ich war geschockt wie stark die Blutung doch war. Das tröpfelte nicht nur, sondern war ein steter Blutfluss, oder Schwall. Schnell bin ich in unser Center gefahren um die entsprechenden Medikamente zu holen. Gleichzeitig habe ich mit der Krankenschwester aus unserem Team telefoniert und sie hat die Zahnärztin angerufen, die meinte, er sollte auf jeden Fall ins Krankenhaus fahren. So bin ich wieder zurück zum Haus der Familie. Als ich ihnen sagte, dass sie ins Krankenhaus fahren sollen, meinten sie, das geht nicht, da sie kein Geld haben. Ich war total traurig und schockiert, doch leider ist das die Realität für viele Menschen hier. Ich bin dann nochmal zu dem Mann rein und konnte ihm nur Blutstillende Medikamente geben und habe dann für ihn und die Familie gebetet. Dann bin ich wieder nach Hause. Kaum wieder im Bett, läutet mein Telefon und eine Teamkollegin meint, es gibt evt. doch eine Möglichkeit, wenn sie eine Versicherung haben und wir auch ein bisschen mithelfen. So habe ich mich nochmal umgezogen, bin rüber gelaufen, saß dann ca. eine Stunde dort und habe mit denen das alles durch gesprochen, habe mit dem Krankenhaus telefoniert und dann endlich hat der Mann und seine Frau sich ins Tricycle gesetzt um loszufahren. Ich bin dann um kurz nach 23Uhr nach Hause gekommen und bin schnell eingeschlafen. Um Mitternacht läutet wieder das Telefon: das Krankenhaus. Der Mann muss stationär bleiben und das Krankenhaus will wissen, ob ich die Kosten übernehme. Ich erkläre ihnen die Situation und dass wir nur ein bisschen aushelfen können, die Patienten aber eine Versicherung haben. Am nächsten Morgen um 6 Uhr stand meine Nachbarin wieder vor der Türe, weil sie Hilfe mit der Versicherung brauchte. Schlussendlich konnte alles geregelt werden. Inzwischen ist der Mann wieder wohlauf und arbeitet wieder. Die Versicherung hat die Hälfte der Kosten übernommen und der restliche Betrag ist für die Familie auch überschaubar. Es war eine ereignisreiche Nacht. achja….. und alles in Tagalog!!! Die Familie versteht kein Englisch.

Advertisements

Comments are closed.